Regenrennen in Berlin

Sönke Paulsen, Berlin

Das 21. Formel E-Rennen war sehr nass, sehr spannend und sehr überraschend! Der Neuseeländer Evans gewann den ersten Lauf dieses Rennwochenendes in einem Jaguar. Zweiter wurde der Deutsche Wehlein für das Team Porsche-Tag-Heuer, der damit den Abstand auf den Weltmeister-Favoriten Rowland deutlich verkürzte.

Die nasse Piste war der Grund, dass das zweite freie Training am Morgen gestrichen werden musste. Das Vorfeld des Flughafen Tempelhof bestand hauptsächlich aus Pfützen. Zu gefährlich für die Boliden die den 2,3 Kilometer langen Kurs in etwas mehr als einer Minute (heute 1.11) durchrasen.

Im Qualifying zeigte Nick Evans auf Jaguar bereits seine Führungsrolle an und holte die Pole-Position. In einem Interview vor dem Start wünschte er sich dann tatsächlich ein Regenrennen, das er auch bekam. Denn richtig trocken wurde es heute nicht mehr.

Ich habe mir dann auch den Weg zur Fan-Meile gespart, weil das Rennen im TV kostenlos zu sehen war und man auf der Fan-Meile ohnehin auf die großen Leinwände angwiesen war, um das Rennen einigermaßen schlüssig verfolgen zu können. Die Formel E ist ziemlich kompliziert und das Reglement muss man regelrecht studieren, um die ganzen Begriffe einigermaßen einzusortieren. „Attack-Mode“, „Pit-Boost“ und so weiter hören sich ungewohnt an. Hauptsächlich geht es dabei um die Energie, die zur Verfügung gestellt wird, die am Ende eines solchen Rennens ziemlich genau gegen Null tendiert. Es soll die Rennserie spannender machen, macht sie aber auch schwer durchschaubar.

Deshalb habe ich mich auf das Regenrennen gefreut und mich bei den Drifts und kleineren Kollisionen an die Formel 1 Rennen mit Michael Schumacher erinnert gefühlt, der ein wahrer Meister des Regenrennens war. Bei solchen Verhältnissen zeigt sich das eigentliche fahrerrische Können. Das war auch heute so. Drei Crashs führten zum Ausfall von drei Wagen, wobei der Unfall von Weltmeister-Aspirant Rowland wohl der Spektakulärste war. Er verbremste sich in der Haarnadelkurve und schlug dabei seinen Nissan so an, dass das Rennen für ihn gelaufen war.

Letztlich schaffte Evans dann einen Start-Ziel-Sieg und wurde nur von Pascal Wehlein gejagt. Auf dem dritten Platz landete Montara wegen einer Zeitstrafe des eigentlich Drittplazierten, da Costa.

Wie es morgen weiter geht. Werden wir sehen. Vielleicht gibt es ja noch ein Regenrennen in Berlin? Ich werde jedenfalls dabei sein und davon berichten. Die einzigartige Rennatmosphäre von Tempelhof fasziniert mindestens ebenso, wie der Stadtkurs von Monaco.

Bilder vom Qualifying das gegen Mittag begann und welches Evans für sich entschied. Im Bild der Nissan des späteren Unglücksraben Rowland, der wegen eines Unfalls ausschied.

Im zweiten Lauf des Weltmeisterschaftsrennens am Sonntag hatte Rowland dann deutlich mehr Glück. Bei trockener Strecke startete er eine Aufholjagd und kam am Ende auf Platz 4. Das reichte bei dem Punktestand des Briten für den Vorentscheid der diesjährigen Weltmeisterschaft. Der letzte Lauf in London wird also nichts mehr daran ändern, dass der 38 jährige ehemalige Formel-2 Fahrer die Formel E Weltmeisterschaft für sich entschieden hat.

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